Gemeinde Menteroda erhielt einen Zuwendungsbescheid des Regionalbudgets

 

Die Geschichte des Kalibergbaus in Menteroda begann mit der ersten Bohrung im Oktober 1905. In nahezu 90 Jahren förderten die Bergmänner untertägig tausende Tonnen Kalirohsalze, die übertägig zu Kalidüngemitteln aufbereitet wurden. Das Kaliwerk mit seinen 1 600 Beschäftigten prägte fast ein Jahrhundert das geistige und kulturelle Leben im Ort. Der Bergbau war das Band, das die Menschen zusammenhielt. Doch 1991 fand die Ära des Kalibergwerks in Menteroda ihr Ende. Im Jahr 1999 wurde der Schacht endgültig verwahrt.

 

Heute erinnern ein Bergbaudenkmal in der Ortsmitte, eine Traditionsstätte im ehemaligen Fördermaschinenhaus der Schachtanlage und natürlich die 90 Meter hohe Halde, die schon von Weitem aus dem Landschaftsbild heraus sticht, an die Vergangenheit Menterodas. Doch das Areal der Halde soll nach der Rekultivierung weder zur ewigen Gedenkstätte werden, noch brach liegen, sondern zukünftig wieder eine tragende Rolle in der Gemeinde einnehmen.

 

Am Donnerstag, den 24. September 2015, übergab Landrat Harald Zanker an den stellvertretenden Bürgermeister Uwe Trautvetter einen Zuwendungsbescheid aus Mitteln des Regionalbudgets. Das Projekt ist dem Handlungsfeld Wirtschaft zuzuordnen. Mit der Fördersumme wird die Erarbeitung einer Studie zur wirtschaftlichen Nachnutzung der Kalirückstandshalde in Menteroda nach Abschluss der Rekultivierung unterstützt.

 

„Die alten Kalirückstandshalden bedürfen eines langwierigen Regenerationsprozesses. Die Sanierung, oder auch Rekultivierung genannt, nimmt viele Jahre in Anspruch. Erst mit der vollkommenen Abdeckung und Begrünung kann der Halde wieder eine Verwendung  zugeführt werden. Doch schon jetzt muss sich die Gemeinde mit der Thematik auseinandersetzten“, erklärte der Landrat. Uwe Trautvetter ergänzte: „Wir sind die ersten in der Region, die mit der Rekultivierung fertig werden. Vorreiter, bei denen man sich etwas abschauen kann, gibt es nicht. Es ist wichtig, die Studie schon jetzt in Auftrag zu geben, um langfristig auf das Ergebnis hinarbeiten zu können.“

 

Die Sanierung der Kalirückstandshalde führt die ortsansässige Firma Menteroda Recycling GmbH unter Berücksichtigung der Kali-Haldenrichtlinie des Freistaates Thüringen sowie der derzeit gültigen Handlungsempfehlung aus. Seit 2013 decken die Mitarbeiter die Halde, entsprechend des Sonderbetriebsplanes, mit geeigneten mineralischen Reststoffen ab. Die Maßnahme wird voraussichtlich 2017/ 2018 abgeschlossen.

 

Mit dem nun vorliegendem Bescheid kann die Gemeinde die Beschlussvorlage für die nächste Sitzung des Gemeinderates im Oktober dieses Jahres vorbereiten. Zeitgleich erarbeiten die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung. „Ziel ist es, insofern der Beschluss des Gemeinderates vorliegt, die Ausschreibung spätestens im November zu veröffentlichen. Je nach dem wie stark der Rückfluss an Angeboten ist, werden im Januar noch einmal Bietergespräche in Form eines Ideenwettbewerbs geführt, um ein bestmögliches Ergebnis herauszufiltern“, schließt Uwe Trautvetter ab.