Offizielle Abnahme der ersten barrierefreien Flexi-Toilette in Körner

 

Auf Herz und Nieren oder besser auf ihre reibungslose Funktionsweise wurde heute die erste barrierefreie Flexi-Toilette in Körner geprüft. Dabei nahmen Marco Pompe aus Altengottern, der sich als Rollstuhlfahrer in der Rubrik „Reisen für alle“ zertifiziert hat, sich aktiv im Rollstuhlsport engagiert und bei der Konstruktion der barrierefreien Anlage mitwirkte, Flexi-Erfinder Michael Listemann, der Körnersche Bürgermeister Matthias Niebuhr, Mitarbeiter des Bauhofs Körner sowie Anja Grabe vom Regionalmanagement der Kreisverwaltung die Anlage zur Endprüfung unter die Lupe.

 

Immerhin handelt es sich bei der Toilette, die sich in der Nähe des „Autohofs“ in Körner am Holzgraben unmittelbar am Unstrut-Werra-Radweg befindet, um das erste stille Örtchen im Landkreis, das auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden kann. Der Standort bietet sich nicht nur aufgrund seiner viel frequentierten Lage an. Mitte März wurde ein entsprechender Betreibervertrag zwischen Gemeinde und Landkreis unterzeichnet. Denn die Errichtung der Toilette wurde über Mittel des Regionalbudgets finanziert. Seitens der Gemeinde wurde Unterstützung in Bezug auf die regelmäßige Pflege und Wartung der Anlage bekundet.

 

Das Toilettenhäuschen wurde entsprechend den Anforderungen der Rollstuhlfahrer modifiziert. Sie ist natürlich wesentlich größer als das Original, da ausreichende Bewegungsfläche ein entscheidendes Kriterium für Barrieretauglichkeit bzw. -freiheit darstellt. Vorgaben wie etwa die Anordnung der Sanitäranlagen und die Höhe des Toilettensitzes, der Haltegriffe, die sich rechts und links neben dem WC-Sitz befinden müssen, des Waschbeckens und des Spiegels galt es zu beachten. Ein Dachüberstand bietet den Rollstuhlfahrern zusätzlich Schutz vor Regen. Die Kosten für die umweltfreundliche Anlage belaufen sich auf rund 3.600 Euro. Bei der Abnahme wurden keine Mängel beanstandet. Alle Beteiligten zeigten sich zufrieden mit dem Zustand der Sanitäreinrichtung.

 

Der barrierefreie Tourismus spielt in Deutschland eine immer größere Rolle. Aufgrund dessen ging der Unstrut-Hainich-Kreis mit gutem Beispiel voran und wollte ursprünglich an drei Standorten barrierefreie Flexi-Toiletten errichten. In Langula und Thamsbrück, die als weitere Partner vorgesehen waren, scheiterte das Anliegen allerdings aus Kostengründen beziehungsweise Personalmangel.

 

Seit 2011 sind die viel befahrenen Radwege im Landkreis mit insgesamt 10 vollbiologischen WC-Anlagen ausgestattet worden – allerdings gewährleisten diese bislang keine uneingeschränkte Nutzung für Menschen mit Handicap.