100.000 Euro aus Regionalbudget für Radwegebau

 

Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage unterzeichnete Landrat Harald Zanker am 18. April einen Vertrag über ein Projekt, das mit Mitteln des Regionalbudgets finanziert wird. Die zweite Unterschrift leistete Kirchheilingens Bürgermeister Klaus Schwarzkopf und verpflichtete sich damit zur Realisierung des Ausbaus des Kneipp- und Kleinbahnradweges (K²) zwischen Tottleben und Kirchheilingen. Mit der Ausführung beauftragte die Gemeinde die Agrargenossenschaft Kirchheilingen, dessen Vorstandmitglied Frank Baumgarten ebenfalls vor Ort war.

 

Hintergrund: Auf der ehemaligen Kleinbahnstrecke Bad Langensalza - Kirchheilingen – Haussömmern entstand im Jahr 1995 auf einer Distanz von 27,5 Kilometern ein Radwanderweg. Entlang dieses Weges gestalteten ehrenamtlich Engagierte aus der Region zu bestimmten Themen Infotafeln. So wurde zunächst die Geschichte und Bedeutung der Kleinbahn auf den Schautafeln dokumentiert. Später erweiterte sich die thematische Begleitung um das Thema Kneipp-Kuren. Dargestellt wurden insbesondere die fünf Säulen der Kneipp-Lehre: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Die Streckenführung zu den Kurstädten Bad Langensalza bzw. Bad Tennstedt hatte für dieses Thema geradezu herausgefordert. Besondere Beachtung verdient die Entstehung der thematischen Radeweggestaltung. Schulen, Vereine, Kommunalverwaltungen, Agrarbetriebe und ortsansässige Firmen waren an der Entstehung gemeinschaftlich beteiligt.

Nach 15 Jahren benötigt der K²-Radweg jedoch eine Verjüngungskur. Ziel ist es, die damals aufgetragene sandgeschlämmten Schotterdecke in Gänze zu asphaltieren. Einige Kilometer sind schon ausgebaut. Zwischen Thamsbrück und Bad Langensalza wurde der Kneipp- und Kleinbahn-Radweg auf fünf Kilometern bereits asphaltiert. Als Bestandteil des Unstrut-Radweges ist er hier auch an das Fernradsnetz angeschlossen. Zwei Kilometer des K² sind zwischen Tottleben und Urleben über den Ländlichen Wegebau asphaltiert worden.

 

Die 2,8 Kilometer zwischen Tottleben und Kirchheilingen können unter Maßgabe bestehender Förderprogramme jedoch nicht berücksichtigt werden, da dieser Weg weder im Radkonzept Thüringens enthalten, noch als landwirtschaftlicher Nutzweg geführt wird.

 

Daher soll für diesen Abschnitt zwischen Tottleben und Kirchheilingen auf einer Breite von 1,60 Metern zuzüglich 50 Zentimetern beidseitigen Banketts eine Asphaltierung erfolgen. Die Finanzierung erfolgt anteilig aus Mitteln des Regionalbudgets als einmaliger nichtrückzahlbarer Investitionszuschuss in Höhe von 100.000 Euro.

 

Das Regionalbudget ermöglicht damit sowohl die touristische Weiterentwicklung der Region als auch die Sicherheit des Radfahrens für Kinder und Jugendliche, die so zur Schule, ins Freibad nach Kirchheilingen oder ins AWO-Familienzentrum gelangen können. Natürlich profitieren auch viele aktive Erwachsene bzw. gesundheitsbewussten Senioren, die diesen Radweg als Verbindungsradweg zu den regionalen und überregionalen Radrouten nutzen können.

 

Kirchheilingen gilt als kulturelles und soziales Zentrum in der Region. Vor Ort sind Kindergarten mit integrierte Kindergrippe, Grundschule, Landarzt, Zahnarzt, Physiotherapie, Landlädchen, Bäcker, Friseur, Fußpflege sowie einigen Cafés, Imbiss und Restaurants. Besonders die kulturellen Veranstaltungen im „Alten Speicher“, Öbsterstübchen, Kleinbahnmuseum, Heimatmuseum oder auch in der Diskothek finden hohen Zuspruch auch bei umliegenden Gemeinden.

 

Mit dem erneuerten Radweg wird auch der in diesen Tagen fertiggestellte Ferienwaggon, der originelle Übernachtungsmöglichkeiten bietet und ebenfalls durch das Regionalbudget unterstützt wurde, als Urlaubsangebot attraktiver.

 

Die Gemeinde Kirchheilingen ist aus finanziellen Gründen nicht in der Lange, die Kosten für diese Infrastrukturmaßnahme zu tragen. Daher plant der Unstrut-Hainich-Kreis in Kooperation mit der Gemeinde Kirchheilingen und Mitteln des Regionalbudgets diesen Abschnitt des K² - Kneipp- und Kleinbahnradweges -zwischen Tottleben und Kirchheilingen herzustellen.