Grünes Licht für touristische Attraktionen in Kirchheilingen

 

Auch wenn der Schienenverkehr hier längst still gelegt wurde, kommen Eisenbahnfans mit Sinn für originelle Übernachtungsmöglichkeiten von nun an in Kirchheilingen voll auf ihre Kosten. Im Jubiläumsjahr, das unter dem Motto: „100 Jahre Kleinbahnstrecke Bad Langensalza – Kirchheilingen“ steht, wurde hier ein außergewöhnliches Projekt verwirklicht. Als Unterstützung für die Ausgestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten erhält die Stiftung Landlebenen einen Lottomittelbescheid in Höhe von 2100 Euro. Der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, hatte Landrat Harald Zanker beauftragt, den Bescheid am 3. Juli 2013 an seiner Stelle zu übergeben.

 

Direkt gegenüber des alten Bahnhofs in Kirchheilingen fällt Besuchern seit einigen Wochen sofort eine ausrangierte Lokomotive vom Typ V10 B nebst Waggon ins Auge. Dieses Gespann ist jedoch nur vom äußeren Erscheinungsbild her ein ganz normales Schienenfahrzeug. Im Inneren entstanden zwei separate Ferienwohnungen, die gemütlich und modern eingerichtet sind.

 

Der Ferienwaggon gehört zu den Projekten, die mit Mitteln des Regionalbudgets aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) finanziert werden. Fast 100.000 Euro wurden für dieses Projekt bereitgestellt. Der Förderverein „Freibad Kirchheilingen“ e.V. übernahm 7.000 Euro als Eigenanteil. Nachdem alle Signale auf „Freie Fahrt“, standen, mussten nur noch die Verträge unterzeichnet werden, um Feriengäste beherbergen zu können.

 

Zwischen der Gemeinde Kirchheilingen, vertreten durch Bürgermeister Klaus Schwarzkopf, und dem Unstrut-Hainich-Kreis, vertreten durch Landrat Harald Zanker, wurde ein Gestattungsvertrag über das Aufstellen von Schienenfahrzeugen verabschiedet. Die Gemeinde gestattet demnach die Aufstellung von zwei Schienenfahrzeugen zum Zweck der touristischen Aufwertung des Gemeindegebietes. Bis mindestens 2028 ist der Vertrag gültig.

 

Anschließend unterzeichnete Landrat Harald Zanker als Vertreter des Landkreises eine Kooperations- und Nutzungsvereinbarung mit dem Förderverein Freibad Kirchheilingen, der durch den Vorsitzenden, Rainer Kühnhold, vertreten wurde. Der Landkreis stellt dem Verein die Schienenfahrzeuge kostenfrei zur Verfügung. Dieser verpflichtet sich das Ensemble aus Diesellok und Waggon bestmöglich zu bewerben, zu vermieten und zu bewirtschaften. Die Vereinbarung wurde ebenfalls für vorerst 15 Jahre festgeschrieben.

 

Um die touristische Attraktivität des Ortes noch weiter aufzuwerten, wird nun der Radweg zwischen Kirchheilingen und Tottleben gebaut. Dafür wird ebenfalls am 3. Juli 2013 der erste Spatenstich gesetzt. Auch dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem Regionalbudget finanziert.