1,8 Millionen Euro fließen über das Regionalbudget in den Kreis

 

Thüringer Allgemeine/ Mühlhausen vom 27.01.2017: Projekte im Wert von 200 000 Euro setzte im vergangenen Jahr das Regionalmanagement im Landkreis um. Diese Bilanz wurde jetzt gezogen. 2016 endete die zweite dreijährige Förderphase. In der konnten insgesamt 1,8 Millionen Euro ausgegeben werden – Geld, das Bund und Land zur Verfügung gestellt haben und das in insgesamt 42 Projekte floss, fasste Anja Grabe zusammen. Sie ist die zuständige Sachbearbeiterin vom Fachdienst Regionalmanagement/Regionalbudget im Landratsamt.

 

Entstanden ist in den vergangenen Jahren, seit 2011, einiges. Profitiert haben vor allem der Bau von Radwegen in der Region und das Umfeld, das mit dem Geld aus dem Budget bezahlt wurde. Für rund 210 000 Euro entstand der Radweg K 2 im Osten des Landkreises, zwischen Bad Tennstedt und Großwelsbach. Ein zweiter Schwerpunkt: die Werbung für die Welterberegion – egal, ob auf Messen, mit Aufklebern an Bussen oder mit Faltblättern. Apps fürs Handy entstanden, die Orientierung geben sollen, und dazu auch Kinderfreizeitkarten.

 

In solch großen Schritten wird es wohl vorerst nicht weitergehen. Mit diesem Jahr ändern sich die Förderrichtlinien. Die in Aussicht stehenden 300 000 Euro für jedes der nächsten drei Jahre bis 2019 müssen sich drei Landkreise teilen. "Gefördert werden nur noch Regionen, die mehr als 200 000 Einwohner haben. Deshalb hat sich der Unstrut-Hainich-Kreis mit den Landkreisen Kyffhäuser und Nordhausen zusammengeschlossen", erläutert Anja Grabe. Mit der Bewilligung des Geldes, des sogenannten Regionalbudgets, werde für Mitte des Jahres gerechnet. Dann geht es darum, neue Schwerpunkte zu setzen. Derzeit gebe es nur Handlungsfelder, jedoch keine konkreten Projekte.

 

Anja Grabe sieht einen möglichen Förderschwerpunkt in der Kalihalde bei Menteroda. Ein Büro in Jena habe eine Studie erstellt, wie man die Halde nach Abschluss der Rekultivierung 2022/2023 nutzen kann: Eine touristische Nutzung würde Anja Grabe da bevorzugen. Davon würde, so glaubt sie, auch die gesamte neue Förderregion profitieren. Das Jenaer Ingenieurbüro schlug darüber hinaus den Ausbau der Recycling-Wirtschaft vor, den Aufbau eines Energieparks mit Biogas- und Photovoltaic-Anlagen, die Schaffung eines Geo- und Erlebnispfades oder die Entwicklung eines Modell- beziehungsweise Versuchszentrums. Auch die Studie wurde im vergangenen Jahr mit Geld aus dem Regionalbudget bezahlt.

 

Wieder genutzt werden sollen auch jene Werbeinseln, die im vergangenen Jahr auf der Ega in Erfurt auf die Welterberegion hinwiesen. Allerdings: "Sie glauben gar nicht, wie schwer es ist, geeignete Hallen zu finden, Hallen, die so groß sind, dass die Inseln auch wirken können. Viele sind über Jahre im Voraus ausgebucht", sagt Grabe. Vom Erfolg der Projekts ist sie überzeugt: "Der Zuspruch der Gäste auf der Ega war enorm, wir hatten viel Publikum an unseren Ständen. Doch wie sich das an den Besucherzahlen in der Region niederschlägt, das ist nicht zu messen."

 

Für die neue Etappe gebe es bereits einige Ideen. Und doch hofft Grabe darauf, dass auch aus den Kommunen Anregungen kommen. "Wenn wir sie aber angesprochen haben, dann ließen sie sich meist schnell für die Ideen begeistern."

 

Claudia Bachmann / 27.01.17